Wie du dein Studium mit Freelance-Tätigkeiten finanzieren kannst

von | 11.04.2020 | Freelancer werden

Viele Studenten sind heutzutage auf eine Studienfinanzierung wie BAföG oder einen Nebenjob angewiesen, um ihr Studium finanziell meistern zu können. Du musst aber nicht kellnern oder an der Supermarkt-Kasse arbeiten, um Geld zu verdienen. Wäre es nicht viel besser, wenn dein Nebenjob dich bereits auf deine zukünftige Karriere vorbereitet und du dich gleichzeitig selbst verwirklichen und deine Zeit relativ frei einteilen kannst? Bereits als Student kannst du dich als Freiberufler selbständig machen und so deine Expertise aus Hobby oder Studium zu Geld machen.

Auch ich habe mich in meinem Studium selbständig gemacht. Ich habe damals den Blog StudierenPlus ins Leben gerufen, auf dem ich all mein Wissen rund um die Themen BAföG und Studienfinanzierung, Zeitmanagement und effektives Lernen weitergegeben habe. Dadurch habe ich nicht nur sehr viel gelernt, sondern konnte so auch teilweise mein Studium finanzieren und arbeite auch jetzt nach meinem Studium weiter an diesem Blog.

Warum ist es sinnvoll, sich neben dem Studium als Freelancer selbständig zu machen?

Finanzierung deines Lebens als Student

Zum einen kannst du, wie schon gesagt, dein Studium mit einer Tätigkeit finanzieren, die dir wirklich liegt und dir auch Freude bereitet. Als Freiberufler kannst du z. B. als Nachhilfelehrer, Designer, Texter oder auch Fotograf arbeiten. Andere Tätigkeiten sind natürlich ebenfalls möglich, achte hier nur auf die Trennung zwischen Freiberuflichkeit und Gewerbetreibender.

Als Gewerbetreibender musst du dich nicht nur beim Finanzamt, sondern eventuell auch beim Gewerbeamt anmelden und ggf. Gewerbesteuer zahlen, was aber nur bestimmte Rechtsformen zu klar definierten Konditionen tun müssen. Freiberufler fallen nicht darunter. Wenn du dir unsicher bist, ob deine Tätigkeit als freiberufliche Tätigkeit gilt, frag am besten bei deinem örtlichen Finanzamt nach.

Flexibilitat

Ein riesiger Vorteil für mich als Studentin und Mama war die zeitliche Flexibilität. Mit einem Nebenjob bist du zeitlich an deinen Arbeitgeber gebunden. Als Freiberufler bist du das eben nicht. Du kannst arbeiten, wann es dir am besten passt, solange du die Deadlines deiner Kunden einhältst. Hast du z. B. ein bisschen freie Zeit zwischen zwei Vorlesungen, kannst du die Zeit zum Arbeiten nutzen. Ist das Kind abends im Bett, kannst du dich nochmal an den Schreibtisch setzen. Du kannst also auch leicht kleine Zeitblöcke effektiv nutzen.

Erfahrungen sammeln

Außerdem kannst du natürlich bereits während des Studiums Erfahrungen sammeln, die dir für deine Zukunft sehr viel bringen – egal, ob du nach dem Studium weiter als Freiberufler oder Selbständiger arbeitest oder in ein Angestelltenverhältnis gehst.

Wenn du während des Studiums als Freelancer arbeitest, zeigst du deinem zukünftigen Arbeitgeber nämlich unter anderem, dass du dich gut selbst organisieren kannst, motiviert und ehrgeizig bist, dass du Verantwortung übernimmst und dass du bereits Arbeitserfahrung in dem Gebiet hast. Du lernst so bereits parallel zum Studium die Praxis kennen und hast so einen klaren Vorteil gegenüber deinen Mitstudenten, die die reine Theorie beherrschen.

Aber nicht nur das: Als Freiberufler wirst du lernen, dich zu bewerben, da du dies regelmäßig für bestimmte Aufträge tun musst. Und Übung macht ja bekanntlich den Meister. Du wirst, wenn du dich für einen Job als Angestellter bewerben solltest, selbstbewusster sein und kannst deine Stärken und Schwächen besser einschätzen.

Einkommen und Steuern

Als freiberuflicher Student kannst du auch bestimmte Kosten wie Studiengebühren, Weiterbildungskosten und Betriebsausgaben steuerlich absetzen. Wenn du mehr als 450 Euro brutto im Monat verdienen möchtest, so ist das als Freiberufler möglich. In dem Fall musst du natürlich einige Dinge in Bezug auf die Versicherung beachten und eine Unterstützung durch BAföG kannst du in dem Fall nicht mehr erwarten. Auch eine Steuererklärung musst du jährlich abgeben.

Aber wenn all dies für dich in Ordnung ist, dann kannst du als Freiberufler die 450-Euro-Grenze überschreiten.

Abgesehen davon ist der Stundenlohn eines Freiberuflers in der Regel höher als der eines Nebenjobs oder eines Werkstudenten.

Kontakte sammeln

Arbeitest du in dem Bereich als Freiberufler, in dem du auch in Zukunft arbeiten möchtest, hast du so bereits während des Studiums die Möglichkeit, wertvolle Kontakte zu knüpfen. Vielleicht ist ein Auftraggeber ja sogar dein zukünftiger Arbeitgeber.

Wie werde ich Freiberufler neben dem Studium?

Wenn du als Freiberufler neben dem Studium arbeiten möchtest, musst du zunächst lediglich den sogenannten Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen und bei deinem Finanzamt abgeben. Nach der Abgabe dauert es zwei bis vier Wochen, bis du deine Steuernummer erhältst. Diese brauchst du, um deinen Kunden Rechnungen stellen zu.

Wichtige Einkommensgrenzen für Steuern, Versicherungen und BAföG

Zu Beginn deiner Tätigkeit nimmst du am besten die Kleinunternehmerregelung in Anspruch, es sei denn du bist dir sicher, dass du die Umsatzgrenze dieser Regelung von 22.000 Euro überschreiten wirst. Als Kleinunternehmer ist das mit den Steuern nämlich alles ein ganzes Stück einfacher.

In § 19 des Umsatzsteuergesetzes ist geregelt, dass du, solange du diese Grenze nicht überschreitest, in deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen und zahlen musst. Eine Einkommens-Überschuss-Rechnung muss gemacht werden, aber die ist wirklich kein Hexenwerk. Einkommenssteuer musst du zahlen, wenn du mehr als 9.408 Euro brutto im Jahr verdienst (Stand April 2020).

Außerdem musst du beachten, dass du dich ggf. nach einer Krankenversicherung für Studierende umschaust. Diese brauchst du nämlich, wenn du mehr als 455 Euro im Monat verdienst, weil du dann nicht mehr familienversichert sein darfst.

Beziehst du aktuell BAföG, darfst du als Angestellter im Monat nicht mehr als 450 Euro oder im Jahr nicht mehr als 5.400 Euro verdienen. Das setzt sich zusammen aus 290 Euro im Monat plus 1.000 Euro Werbungskosten für ein Jahr und Beiträge für Sozialabgaben (21,3 Prozent). Freelancer dürfen hingegen jährlich 4.221 Euro Gewinn anrechnungsfrei dazuverdienen.

Wenn du noch unter 25 Jahre alt bist und Kindergeld bekommst, steht dir dies weiterhin zu, auch wenn du als Freiberufler arbeitest. Hier gibt es keine Einkommensgrenze.

Wie finde ich Kunden als Freiberufler?

Wenn du startest, erzähle am besten so vielen wie möglich in deinem Bekanntenkreis und in der Familie, dass du jetzt als Freiberufler arbeitest und erkläre, was genau du anbietest. Vielleicht gelangst du so schon an den einen oder anderen Auftraggeber über die Kontakte deiner Kontakte.

Mache einen Aushang an schwarzen Brettern und halte selbst Ausschau nach Aushängen von Leuten, denen du helfen kannst. Auch in der Zeitung kannst du hin und wieder ein Gesuch finden, auf das du dich bewerben kannst.

Außerdem gibt es im Internet mittlerweile zahlreiche Jobportale, auf denen du dich mit deinem Profil anmelden und dich auf erste Aufträge bewerben kannst. Suche auch nach Facebook-Gruppen, in denen sich mögliche Auftraggeber aufhalten, und sei dort aktiv. Mit der Zeit werden dich Auftraggeber weiterempfehlen, wenn du einen guten Job machst und die Kundensuche wird immer einfacher.

Viel Erfolg!

Wenn du dich nun also dafür entscheidest, als Freiberufler neben dem Studium durchzustarten, wünsche ich dir ganz viel Erfolg. Wie immer im Leben werden auch ein paar Stolpersteine auf dich zukommen. Halte durch, du kannst diese Herausforderungen meistern. Es lohnt sich!

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