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Freelancing oder Festanstellung? 5 Fragen für deine Antwort

Ob Schule, Ausbildung oder Uni: Irgendwann stehst du an einem Punkt, an dem der sogenannte „Ernst des Lebens“ beginnt und du wie das Freelance Start-Maskottchen Fred flügge wirst. Aber wie findest du heraus, ob du eher für einen festen Job oder für die Freiberuflichkeit geeignet bist? Na ganz einfach: Indem du die folgenden 5 Fragen für dich beantwortest.

1. Liebst du es, dein eigenes Ding zu machen?

Freelancer sind für ihren Erfolg selbst verantwortlich. Sie mögen diese Verantwortung und erledigen Aufträge selbstständig. Kompetente Freelancer brauchen niemanden, der ihnen in den Hintern tritt. Sie entwickeln eine Eigenmotivation, die sie antreibt. Und sie machen mehr als nur das Allernötigste, weil für sie die Zufriedenheit der Kunden und nicht der Feierabend an oberster Stelle steht.

Einstein soll mal gesagt haben:

Alles Große in der Welt geschieht nur, weil einer mehr tut als er muss!

Natürlich hat alles seine Grenzen, aber diese hohe Leistungsbereitschaft in Verbindung mit dem Spaß am eigenständigen Arbeiten ist für erfolgreiche Freelancer ein Muss.

Wenn du diese Eigenschaften auch schon an dir beobachtet hast, dann bringst du bereits wichtige Grundlagen mit. Hast du zum Beispiel für die Redaktion einer Schülerzeitung gearbeitet oder AGs besucht? Warst du an der Uni im Fachschaftsrat aktiv? Dann bist du wahrscheinlich in der Lage dazu, eine intrinsische Motivation zu entwickeln, was essenziell für deinen Erfolg als Freiberufler ist.

2. Wie wichtig ist dir finanzielle Sicherheit?

Die Angst vor finanziellen Engpässen ist der Hauptgrund, weshalb viele Angestellte sich nicht trauen, ihren Job zu kündigen. Das gilt selbstverständlich nicht für jeden, aber Geld ist für die meisten Menschen nach wie vor die treibende Kraft, morgens aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Und das ist nachvollziehbar: Eine Festanstellung mit geregelter Mittagspause vermittelt eine gewisse Sicherheit.

Allerdings ist diese Sicherheit trügerisch, denn auch Unternehmen können entlassen – was sie regelmäßig tun, wenn die Zahlen nicht stimmen. Trotzdem ist es natürlich so, dass Arbeitnehmer ein besseres Polster haben, nicht zuletzt durch Arbeitslosengeld, Rentenzusatzversicherungen usw.

Wenn du vor der Entscheidung stehst, ob du lieber als Freiberufler oder als Angestellter arbeiten solltest, horche beim Thema Finanzen in dich hinein. Kommst du damit klar, dass deine monatlichen Einnahmen schwanken, dir Kunden wegbrechen können und das Finanzamt Forderungen an dich richtet? Denn im Gegensatz zu Angestellten bist du als Freiberufler dazu verpflichtet, jedes Jahr eine Einkommensteuererklärung zu machen. Hilfreiche Tipps dazu findest du bei freelance.de.

3. Bist du bereit, Neues zu lernen?

Ob du nun als freier Texter, Designer oder Entwickler arbeitest: Immer solltest du die Bereitschaft mitbringen, dich in neue Bereiche einzuarbeiten. Kluge Freelancer sind beides: Spezialisten und Allrounder. Spezialisten in ihrem Themengebiet, zum Beispiel als WordPress-Entwickler oder Content-Strategen.

Allrounder sind sie, wenn es um das Business an sich geht: Akquise, Marketing, Buchhaltung, Kommunikation usw. Insbesondere online ändern sich die Dinge rasend schnell. Umso wichtiger ist es, dass du dich kontinuierlich weiterbildest – fachlich und wirtschaftlich.

Bist du bereit dazu, deine Strategie permanent zu überprüfen? Kannst du konstruktive Kritik annehmen und Feedback umsetzen? Bedenke: Ein erfolgreicher Freelancer will keine Bäume ausreißen. Er nimmt sich eine Axt, schleift sie, und schlägt dann so lange zielgerichtet auf den Stamm ein, bis der Baum fällt.

4. Was hältst du es mit Ordnung und Selbstorganisation?

Wenn du an den Spruch vom Genie und dem Chaos glaubst, dann ganz ehrlich: Lasse es mit dem Freelancing besser bleiben. Ja, es gibt Ausnahmen. Und nein, das ist keine Entschuldigung dafür, im Papierchaos zu versinken, Berge von Tellern in deiner Spüle vergammeln zu lassen und Deadlines zu verschwitzen.

Ich halte mehr vom Motto Ordnung ist das halbe Leben. Denn in meiner ersten Lebenshälfte war ich ein Jugendlicher, der zwischen herumliegenden Klamottenbergen und leeren Wasserflaschen kaum noch durch sein Zimmer laufen konnte. Ordnung und Selbstorganisation kannst du also lernen, selbst wenn du heute noch ein Chaot bist.

Warum du das überhaupt tun solltest? Weil deine Umgebung dich stark beeinflusst. In einem Saustall kannst du keinen klaren Gedanken fassen. Jeder Gegenstand in deiner Nähe zieht Aufmerksamkeit. Deshalb kann ich dir nur empfehlen, Postkarten und Geburtstagseinladungen wegzuschmeißen, die über fünf Jahre alt sind. Oder verfrachte sie wenigstens in den Keller, wo sie dich nicht mehr ablenken.

Wenn du dagegen stets weißt, wo welche Dokumente gespeichert sind, wo du Stifte, Druckerpapier etc. findest, wirst du unfassbar viel Zeit sparen. Erstelle darüber hinaus Vorlagen für Rechnungen und Anschreiben, um noch effizienter zu arbeiten.

Wenn du plötzlich nicht mehr 20 Minuten oder länger brauchst, um eine E-Mail zu finden, wenn dein Blick beim Arbeiten über einen aufgeräumten, sauberen Schreibtisches wandert – spätestens dann wirst du Ordnung und Selbstorganisation als Freelancer lieben lernen. Und keine Sorge: Es wird noch genügend Chaos auf dich warten, wenn du dich erst einmal auf den Weg begibst.

5. Zeigst du dich gern?

Es heißt ja nicht umsonst FreibeRUFler. Spaß beiseite – deine Reputation ist neben deinem Können die wichtigste Währung auf dem Markt. Reputation erlangst du vor allem durch gute Aufträge und sich daran anschließende Empfehlungen. Du solltest dich aber grundsätzlich wohl damit fühlen, zumindest online im Rampenlicht zu stehen: auf Social-Media-Plattformen genauso wie in Portalen für Freelancer. Man nennt das auch den Aufbau der Personenmarke.

Vielleicht ist es dir anfangs unangenehm, dich von deiner Schokoladenseite zu zeigen und deine Fähigkeiten herauszustellen. Keine Sorge, so geht es vielen Freelancern. Du musst auch gar nicht die geborene Rampensau sein, um als Freiberufler sichtbar zu werden, im Gegenteil: Eine übertriebene Selbstbeweihräucherung kommt sowohl online als auch offline selten gut an.

In Deutschland ist Understatement beliebt: Sich selbst lieber etwas weniger in den Vordergrund spielen und durch souveränes Auftreten punkten. Trotzdem gibt es Gelegenheiten, die du für einen seriösen und überzeugenden Auftritt nutzen solltest: Erstgespräche mit potenziellen Kunden, Events wie Barcamps und natürlich deine Profile in den sozialen Netzwerken. Wenn du dich zu Hause verkriechst, wird die Welt nie erfahren, was für ein klasse Freelancer du bist.

Als Angestellter musst du dir keine Personenmarke aufbauen. Meist wird von dir aber trotzdem erwartet, dass du dich aktiv in die Unternehmensprozesse einzubringst. Du hast als Arbeitnehmer in der Regel zwar seltener den Druck, dich gegenüber Kunden zu verkaufen. Es sei denn natürlich, du arbeitest im Vertrieb.

Dennoch drohen Karriere-Nachteile, wenn du als graue Maus hinter dem Schreibtisch verschwindest. So oder so kann dir ein sicheres Auftreten also nützen.

Die Kombilösung: Sidepreneur

Vielleicht hast du schon einmal den Begriff des Entrepreneurs gehört – eine moderne Bezeichnung für Unternehmer. Ein Sidepreneur wiederum ist eine Mischform aus Anstellung und Unternehmertum. Du hast in diesem Falle einen festen Job und arbeitest nebenbei freiberuflich.

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Achtung: Sidepreneure setzen sich einer andauernden Doppelbelastung aus, wenn sie einen Vollzeitjob und Freiberuflichkeit unter einen Hut bringen.

Sidepreneure haben zwar weniger Risiken, da sie ihre Fühler von einer sicheren Basis aus in Richtung Freiberuflichkeit ausstrecken. Allerdings können sie nicht wie Ganztags-Freelancer von morgens bis abends an ihrem Business arbeiten. Sie tragen außerdem eine Mehrfachbelastung, die auf Dauer Risiken für die Gesundheit birgt.

Du kannst aber viel Druck aus der Sache nehmen, indem du erst einmal einen Job auf Teilzeit annimmst, und parallel dazu am Aufbau deiner Freiberuflichkeit arbeitest. Inwiefern du dir das leisten kannst, hängt selbstverständlich von deinen Lebensumständen ab. Minimalismus lautet hier das Stichwort, um deine Lebenskosten niedrig zu halten. Denn wie schon der römische Gelehrte Cicero bemerkte:

Sparsamkeit ist eine gute Einnahme.

Du siehst: Viele Wege führen in das Freelancer-Dasein. Und der Sidepreneur ist ein ziemlich eleganter Weg, um das Freelancer-Leben mit Airbag anzusteuern. Übrigens: Schau doch mal bei sidepreneur.de und bei Julian von keinstartup.de vorbei – dort findest du hilfreiche Tipps für Sidepreneure!

Fazit

Die Entscheidung, ob du als Angestellter oder als Freiberufler arbeiten möchtest, fällt zwar nicht immer leicht. Aber sie ist auch nicht endgültig. Denn du kannst jederzeit verschiedene Modelle ausprobieren: Vollzeitjob, eine Kombination aus Teilzeitanstellung und freiberuflichen Aufträgen oder volle Pulle als Freelancer – probiere dich aus und finde heraus, was am besten zu dir passt. Ich bin mir sicher, dass du deinen ganz eigenen Weg gehen wirst.

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Dein Coach für Freelancer Benjamin Brückner
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