Freelancing und Minimalismus – die ideale Kombination für ein freies und selbstbestimmtes Leben?

von | 06.07.2021 | Persönlichkeitsentwicklung

Wer sich für eine Tätigkeit als Freelancer entscheidet, möchte in den meisten Fällen seinen bisherigen Nine-to-Five-Job hinter sich lassen. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Eine entscheidende Rolle spielt dabei meist, sein eigener Chef zu werden und nach seinen eigenen Regeln arbeiten zu können.

Viele, die sich erhofft haben, auf diesem Weg dem Hamsterrad eines klassischen Jobs zu entkommen, werden jedoch enttäuscht und spüren weniger die erhoffte Freiheit als vielmehr den Druck, Geld verdienen zu müssen.

Eine Lösung kann ein minimalistischer Lebenswandel sein, der nicht nur mehr Freiheit verspricht, sondern im privaten wie im beruflichen Umfeld auch gleich zu mehr Freude, Erfüllung und Erfolg führen kann.

Was genau bedeutet Minimalismus und welche Gründe sprechen dafür?

Minimalismus steht für einen auf das Wesentliche reduzierten Lebenswandel.

Dabei geht es weniger um Einschränkungen, als viel mehr um den Verzicht auf überflüssige Dinge, um sich so auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren und Raum für Neues zu schaffen.

Leider haben wir heute häufig den Blick verloren, was wir wirklich benötigen und was nicht. Dies gilt gleichermaßen für materielle wie immaterielle Dinge. Aus materieller Sicht dreht sich unser Leben durch unser konsumorientiertes Verhalten häufig nur um den Kauf neuer Dinge: neue Schuhe, neue Kleidung, ein neues Smartphone – und nie ist ein Ende in Sicht.

Durch die sogenannte Lifestyle-Inflation erhöhen wir parallel zu unserem steigenden Einkommen unseren Lebensstandard. Mehr noch: Für unseren steigenden Lebensstandard gehen wir Verpflichtungen ein, die uns langfristig zwingen, immer mehr Geld verdienen zu müssen. Selbst ehemals als Luxus empfundene Dinge werden auf Dauer für uns alltäglich und trotz all der Erfüllungen unserer materiellen Wünsche macht uns der Konsum langfristig nicht glücklich.

Wissenschaftlich begründen lässt sich dieses Phänomen am besten anhand der hedonistischen Adaption. Es ist eine evolutionär bedingte Schutzvorrichtung, die uns nach stark positiven wie negativen Lebensereignissen schnell wieder auf ein stabiles Ausgangsniveau unseres Glücksniveaus zurückführt – eine Eigenschaft, die früher nötig war, um uns leicht an wechselnde Umweltbedingungen anpassen zu können.

Wer heute im Lotto gewinnt, wird anfangs großes Glück empfinden, sich mit der Zeit aber an den Zustand gewöhnen. Wer umgekehrt durch einen Unfall für den Rest seines Lebens an den Rollstuhl gefesselt wird, fasst nach einiger Zeit trotzdem neuen Lebensmut. Für uns heißt das: Egal wie viel wir konsumieren, das Glücksgefühl hält nur kurz an und wir gewöhnen uns schnell an neue Lebensumstände. Selbst vermeintlicher Luxus wird so auf Dauer zum Gewohnten und die Magie des Besonderen geht verloren.

Aus immaterieller Sicht werden wir wiederum von der ständigen Informationsflut erschlagen und haben uns eine Umgebung mit hohem Ablenkungspotenzial geschaffen. Sei es unser überfüllter Terminkalender, die eigenen Social-Media-Kanäle oder die zugebaute Wohnung mitsamt überfülltem Schreibtisch. So vergeuden wir unsere Lebenszeit, indem wir uns um Dinge kümmern, die für uns selbst unbedeutend sind.

Was liegt da näher, als lieber gleich weniger zu konsumieren und auch in anderen Lebensbereichen etwas kürzerzutreten? Dies vereinfacht die Fokussierung auf das wirklich Wichtige im Leben und schafft mehr Zeit für Familie und Freunde, Weiterbildung, eigene Hobbys sowie den Erhalt der eigenen Gesundheit. Sich dabei bewusst zu werden, dass man fast nichts benötigt, wirkt befreiend und sorgt für eine neue Unbeschwertheit. Denn nur wer viel besitzt, hat auch viel zu verlieren und wird ständig abgelenkt durch seine Besitztümer.
Die Bedeutung von Geld als Basis für ein erfülltes Leben wird meist überschätzt, der Wert der eigenen Lebenszeit hingegen unterschätzt. Denn für wie viele Menschen gilt gerade die Studienzeit als schönste Zeit des Lebens, als man noch frei über seine Zeit verfügen konnte, Geld aber nur begrenzt vorhanden war?

Weshalb ergänzen sich Freelancing und Minimalismus so gut?

Eine minimalistische Lebensweise führt automatisch zu niedrigen Lebenshaltungskosten und weniger finanziellen Verpflichtungen. Ein Minimalist besitzt somit den Luxus, auch mit wenig Arbeit seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Dadurch steigt die Unabhängigkeit und Arbeiten wird mehr zur Selbstverwirklichung und weniger zu einem Zwang.

Seine Arbeitszeit flexibel anpassen zu können ist in einem klassischen Beruf jedoch häufig schwer umsetzbar. Vor allem eine Reduktion – falls überhaupt möglich – führt häufig in die Teilzeitfalle, denn Teilzeitkräfte gelten oft genug als ambitionslose Mitarbeiter, die sich nicht mit den Unternehmenszielen identifizieren.

Hier kommt nun der unschätzbare Vorteil des Freelancers ins Spiel, nämlich sein eigener Chef zu sein. So entscheidet er selbst, wie viele Arbeitsaufträge er annimmt und damit, wie viel er arbeitet. So lässt sich die eigene Arbeitszeit theoretisch auf weniger als eine (abrechenbare) Stunde pro Tag reduzieren. Bei 25 Arbeitsstunden pro Monat reicht beispielsweise bereits ein Stundenlohn von 40 Euro, um 1.000 Euro zu verdienen – ein Betrag, mit dem man als Minimalist bereits ein gutes Leben führen kann.

Doch es geht weniger darum, seine Arbeitszeit zu reduzieren, als viel mehr um die eigene Freiheit. Die eigene Arbeit erfährt eine ganz andere Bedeutung, wenn sie weniger mit dem Zwang verbunden wird, Geld verdienen zu müssen. Es entsteht der Luxus, seine Zeit frei zwischen Arbeit und Freizeit aufteilen zu können. Ohne diesen Zwang würden einige Freelancer wahrscheinlich gerne weniger arbeiten. Als Minimalisten wären sie dazu in der Lage und würden aufgrund der verbreiteten Steuerpolitiken gleich doppelt profitieren: in vielen Ländern wie Deutschland existiert ein jährlicher Steuerfreibetrag von rund 10.000 Euro bei einer danach stark einsetzenden Steuerprogression. So lässt sich ein Großteil des (künftig kleineren) eigenen Verdiensts steuerfrei vereinnahmen. Damit ist sichergestellt, dass man auch tatsächlich für sich selbst arbeitet.

Freelancing und Minimalismus ergänzen und unterstützen sich somit gegenseitig. Mehr noch: Beide Formen verstärken sich untereinander und können damit eine wahre Erfolgsspirale in Gang setzen. Denn wer minimalistisch lebt und überflüssigen Ballast aus seinem Leben verbannt, wird sein Leben neu ordnen, gedanklich wieder Platz für Neues schaffen und neue Energie freisetzen. Die Folge ist eine neue Kreativität, die in das eigene Leben einzieht und für innovative Ideen und Problemlösungen sorgt – alles Dinge, die sich besonders auf die beruflichen Erfolge auswirken können. So entsteht nicht nur Zeit, sondern auch Lust, neue Tätigkeiten auszuprobieren oder unternehmerische Projekte anzugehen, ohne gleich dem Zwang des Geldverdienens zu unterliegen. Und wer weiß schon, was sich hieraus einmal entwickeln kann?

Fazit

Wer sich für einen minimalistischen Lebenswandel entscheidet, ist nicht länger in der Konsumspirale gefangen und lernt umso mehr, immateriellen Wohlstand zu schätzen. Ein wirklich freies und selbstbestimmtes Leben lässt sich jedoch erst in Kombination mit einer flexiblen beruflichen Tätigkeit wie dem Freelancing realisieren. So lassen sich Minimalismus und Freelancing ideal aufeinander abstimmen, um sich von einem Großteil der gesellschaftlichen Zwänge zu lösen.

Auf diesem Weg kommt man dem Ziel näher, Zeitwohlstand und Selbstbestimmung in das eigene Leben zu bringen und so nach seinen Regeln leben zu können. Dies ist gleichzeitig der nächste logische Schritt in unserer gesellschaftlichen Entwicklung. Während früher der amerikanische Traum als ideale Lebenseinstellung galt, der nur mit genug harter Arbeit zu Reichtum führen sollte, wollen wir heute frei über unsere Zeit und damit über unser berufliches und privates Leben verfügen. Denn Zeit ist unsere wichtigste und gleichzeitig begrenzte Ressource, die wir bestmöglich nutzen sollten.

Was liegt als Freelancer also näher, als sich für einen minimalistischen Lebenswandel zu entscheiden und von den Vorteilen dieser Kombination zu profitieren? Hierbei kann man auf allen Ebenen profitieren, was sich auch positiv auf die eigene Freelancing-Tätigkeit auswirkt. Es lässt sich nicht nur unbeschwerter arbeiten, wenn man weniger Druck verspürt, Geld verdienen zu müssen, sondern es entsteht auch neuer geistiger Freiraum, der die eigene Kreativität beflügelt. Zudem handelt es sich bei der Kombination aus Freelancing und Minimalismus um eine Lebensweise, die nachhaltig ist und Ressourcenverbrauch und Müllproduktion minimiert. Wählen mehr Menschen diesen Weg, führt dies somit nicht nur zu glücklicheren Menschen, die frei und selbstbestimmt leben, sondern unterstützt auch den Erhalt unserer Umwelt.

Viele Freelancer sind noch dazu gedanklich gar nicht weit vom Minimalismus entfernt. Bereits heute arbeiten viele von ihnen ausschließlich mit ihrem Laptop – sie benötigen kein Büro, keine Arbeitskleidung und kein Auto, mit dem sie ins Büro fahren müssen. Was liegt also näher, als den nächsten Schritt zu gehen und als Freelancer auf Minimalismus zu setzen? Bei den unzähligen Vorteilen der Kombination ist es mehr als einen Versuch wert.

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