Wann es Zeit ist, als Freelancer Aufgaben abzugeben

von | 02.08.2017 | Organisation

Der Weg in die erfolgreiche Selbstständigkeit ist lang und beschwerlich, und die Tatsache, dass du plötzlich für alles selbst zuständig bist, macht die Situation nicht einfacher. In diesem Beitrag dreht sich deshalb alles um die Frage, wann du als Freelancer Aufgaben abgeben solltest.

Die Selbstständigkeit wird aufgrund ihres Umfangs auch als „Ein-Mann Unternehmen“ bzw. „Ein-Frau-Unternehmen“ bezeichnet. Das stimmt natürlich, lässt einen aber schnell vergessen, dass die Arbeit dennoch von vielen Beteiligten verrichtet werden kann.

Alles auf deinen Schultern?

Wenn ich dich frage, wer in deinem „Unternehmen“ fürs Marketing zuständig ist, dann ist das natürlich rhetorisch gemeint. Ich könnte stattdessen auch fragen:

  • Wer ist deine Sekretärin bzw. dein Sekretär?
  • Wer schreibt deine Rechnungen?
  • Wer macht deine Buchhaltung?
  • Wer unterhält deine Website?
  • Wer schreibt deine Texte?
  • Wer akquiriert deine Kunden?
  • Wer betreut die Kunden?
  • Wer ist für die IT zuständig?

Du ahnst wahrscheinlich schon, worauf diese Fragen hinauslaufen.

In deiner Freiberuflichkeit gibt es fast jeden Job zu erledigen, der auch in einem großen Unternehmen anfällt. Mit dem kleinen aber wichtigen Unterschied, dass du für all das selbst zuständig bist. Aber ist das überhaupt notwendig?

Warum du nicht alles selbst erledigen musst

Wenn du dich selbstständig machst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du nicht vom ersten Tag an unzählige Kunden bekommst und ausgebucht bist. Das bedeutet in der Regel auch, dass du nicht viel Geld haben wirst und auf dein Budget achten musst. Das wiederum wird dazu führen, dass du gezwungen bist, alles selbst zu managen. Andere arbeiten schließlich auch nicht umsonst.

Bist du nun aber eine Weile im Geschäft, kommt auf jeden Fall der Punkt, an dem die Zeit knapp wird. Wo du plötzlich feststellst, dass du einen neuen Kunden nicht mehr annehmen kannst. Immerhin muss ja diesen Monat noch die Steuererklärung gemacht werden! Oder deine Website zeigt seit Wochen einen Fehler an, den du unbedingt ausmerzen musst, schließlich ist das deine Online-Werbefläche.

Aber hier liegst du falsch! Spätestens wenn der Punkt kommt, an dem du keine Zeit für neue Kunden hast, musst du reagieren und dein Selbstverständnis vom Ein-Personen-Unternehmen ändern. Das bedeutet keineswegs, dass du jetzt gleich losziehen musst, ein Büro suchst und Mitarbeiter einstellst. So bist du schnell in der Pleite. Nein, es bedeutet, dass du damit anfängst, gewisse Arbeiten auszulagern. Outsourcing nennt sich das – ein Wort, das im allgemeinen Sprachgebrauch negativ behaftet, aber in diesem Fall anders zu verstehen ist.

Ist Outsourcing etwas Schlechtes?

Outsourcing bedeutet, eine gewisse Arbeit auszulagern. Also aus deinem eigenen Unternehmen raus. Nun hört sich Outsourcing zum Teil etwas negativ an. Leute verbinden es oft mit dem Verlagern von Arbeitsplätzen aus Europa nach Asien oder Ähnliches. Dabei gab es Outsourcing schon lange bevor die massenhafte Verschiebung von Arbeitsplätzen begann.

Und mal ehrlich: Ganz offensichtlich sourcen ja auch deine Kunden längst aus. Wenn du dich zum Beispiel als Programmierer, Texter, Grafiker, Marketingprofi oder Berater selbstständig gemacht hast, dann bist du bereits die Alternative zu festen Jobs. Denn Outsourcing bedeutet hierbei nichts anderes, als dass deine Kunden eine Arbeit an dich ausgelagert haben, da dies für sie finanziell günstiger ist, als einen Angestellten zu entlohnen.

Du siehst also, Outsourcing kann für dich als Freelancer eine Chance sein – womit ich die berechtigte Kritik am Verlagern bzw. Streichen von Arbeitsplätzen nicht schmälern möchte.

Was soll ich outsourcen?

Grundsätzlich gibt es da keine strikten Regeln. Der Optimalfall wäre, dass du alles auslagerst, was nicht bezahlt wird. Wenn du Texter bist, dann solltest du nichts anderes tun, als zu Texten! Konzentriere dich auf deine Kernaufgabe.

Warum? Ganz einfach: Deine Kernaufgabe ist die einzige Tätigkeit, die Geld bringt!

Es stimmt zwar, dass bei jedem Job unzählige Arbeiten anfallen, aber all das interessiert deinen Kunden nicht. Er will am Ende das Produkt erhalten, welches deine Kernaufgabe erzeugt hat. Es ist ihm vollkommen egal, wer die Rechnung geschrieben oder wer seine E-Mail-Anfrage beantwortet hat. Dennoch sind das Arbeiten, die mit absoluter Sicherheit anfallen werden.

Du kannst deinem Kunden demnach nicht 400 € mehr in Rechnung stellen, nur weil du im gleichen Zeitraum noch deine Steuer erledigen musstest. Und genauso wenig kannst du eine Arbeit zu spät abgeben, weil du noch an deiner Website gearbeitet hast.

Kann ich mir Outsourcing überhaupt leisten?

Du fragst dich jetzt wahrscheinlich, woher du das Geld nehmen sollst, um all diese kleinen Jobs auszulagern. Aber hier ist das Schöne an der ganzen Outsourcing-Geschichte: Du musst nicht alles auf einmal machen.

Lagere immer dann eine Arbeit aus, wenn du mit der gewonnenen Zeit mehr Geld verdienen kannst. Wenn du während der Zeit der Steuererklärung also einen neuen Kunden bekommen kannst, dann nimm ihn an und beauftrage einen Steuerberater. Selbst wenn du das Geld des neuen Kunden komplett an den Steuerberater abgeben musst, verspreche ich dir, dass es dennoch eine gute Investition ist.

Erstens gibt es für die meisten Freelancer nichts Langweiligeres, als die Steuer zu machen. Zweitens kann ein Steuerberater vielleicht noch etwas Steuern sparen, drittens kannst du dich noch mehr auf deine Kernaufgabe konzentrieren (die hoffentlich viel mehr Spaß macht) und viertens kann sich ein neuer Kunde jederzeit zu einem Stammkunden entwickeln. Wenn das mal keine Vorteile sind …

An andere Selbstständige auslagern

Wenn du damit anfängst, Arbeiten auszulagern, empfehle ich dir, ebenfalls auf Selbstständige zu setzen. Denn bedenke, dass diese eventuell auch gewisse Arbeiten auslagern wollen. Auf diese Weise können schnell Partnerschaften entstehen, bei denen man sich gegenseitig aushilft und Jobs weitervermittelt. So kannst du dein Netzwerk erweitern, was ohnehin sehr positiv ist.

Es wird so ganz natürlich, dass du mit anderen Selbstständigen viel schneller eine Verbindung schaffst. Bei großen Unternehmen ist es oft schwieriger und langwieriger, eine derartige Verbindung aufzubauen.

Fazit

Auch wenn Outsourcing für feste Arbeitsplätze nachteilig ist, kannst du als Freelancer vom Auslagern bestimmter Aufgaben profitieren. Darüber hinaus haben auch andere Selbstständige etwas davon, da sie durch dich weitere Kunden bekommen. Besonders wichtig dabei ist, dass du rechtzeitig erkennst, wann du bestimmte Tasks an andere Freiberufler weitergeben solltest, um dein Kerngeschäft am Laufen zu halten.

Willst du effektiver arbeiten?

debitoor

Mit debitoor erstellst du deine Rechnungen mit wenigen Klicks. Und die Buchhaltung erledigst du ganz easy.

payoneer

Payoneer ist ein internationaler Zahlungsanbieter, der sich auf Freelancer und Webworker spezialisiert hat. Du kannst einige der größten Jobportale direkt mit Payoneer verbinden.

Xolo

Mit Xolo kannst du in wenigen Klicks ein 1-Personen-Unternehmen in Estland gründen. Für Freelancer hat das viele Vorteile, insbesondere, wenn du ortsunabhängig leben willst.

13 Kommentare

  1. Avatar

    Ich bin echt dankbar, dass ich diesen Beitrag zum Thema Freelancers gefunden habe. Mit einem Freund habe ich mich schon viel darüber unterhalten, weil er Freelancer ist und entscheidet sich, ob er mit einem Steuerberater arbeiten soll oder nicht. Es stimmt aber, dass man dabei Geld sparen kann, besonders wenn man etwas anders machen kann, um mit dieser Zeit mehr Geld zu verdienen. Ich denke, den Beitrag werde ich ihm mal schicken.

    Antworten
    • Avatar

      Hallo Katherine,
      danke für deinen Kommentar. Ich persönlich würde unbedingt mit einem Steuerberater arbeiten. Aus zwei Gründen. Erstens, ich habe keine Lust das selbst zu machen. Zweitens, es ist so wichtig, dass es richtig gemacht wird und da vertraue ich lieber auf einen Fachmann.
      Grüße
      Dani

      Antworten
  2. Avatar

    Ich denke auch, dass ein Steuerberater für Freelancer und Selbstständige eine gute und nützliche Investition ist, damit man versteht, wie man Geld an Steuern sparen kann. Es ist auch wichtig, dass man sich nur für eine einzige Tätigkeit oder Produkt entscheidet. Danke für die Tipps zum Thema Selbstständigkeit!

    Antworten
  3. Avatar

    Das ist ein guter Vorschlag, deine Arbeiten an andere Selbstständige auszulagern. Sie haben ja das gleiche Ziel wie du, wenn du auch Selbständiger bist. Eins was ich gut finde ist, wenn man seine Buchhaltung machen lässt. Das ist eine große Aufgabe und wenn man das nicht selber machen muss, dann hat er mehr Zeit für andere Sachen.

    Antworten
  4. Avatar

    Ich denke viele fragen sich genau diese Frage. Guter Hinweis dass Spätestens wenn der Punkt kommt, an dem man keine Zeit für neue Kunden hat, man reagieren muss. Insbesondere Themen wie die Buchhaltung finde ich sinnvoll zu outsourcen. Danke für den Beitrag.

    Antworten
  5. Avatar

    Vielen Dank für die Tipps zum Outsourcing als Freelancer. Meine Cousine arbeitet als Freelancerin und sucht gerade nach einem Steuerberater für Unternehmen, der ihr die Steuererklärung abnimmt. Gut zu wissen, dass man mit dem Outsourcing anfangen sollte, wenn man nicht mehr genug Zeit für seine Kunden oder wichtigere Probleme hat.

    Antworten
  6. Avatar

    Danke für deine Tipps für Freelancer! Eine Steuerberatung mit Lohnverrechnung hat meinem Bruder sehr geholfen sein kleines Unternehmen im Blick zu behalten und sich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern zu können. Interessant, dass es Sinn machen kann so manche Arbeit an andere Selbstständige auszulagern und man so auch sein Netzwerk ausbauen kann.

    Antworten
  7. Avatar

    Wenn man als Selbstständiger anfängt, ist es wertvoll, dass man alles selber macht. Wenn man aber ein Unternehmen wächst, sollte man seine Aufgaben aufgeben. Dann sind seine Arbeiten leichter. Eine große Hilfe, ist die Lohnabrechnung aufzugeben.

    Antworten
  8. Avatar

    Vielen Dank für den Tipp, einen Steuerberater zu beauftragen, wenn Sie während eines Steuererklärungszeitraums einen neuen Kunden gewinnen können. Mein Bruder versucht, freiberuflich tätig zu werden, und er sucht nach finanzieller Beratung, wenn er anfängt. Ich werde meinem Bruder sagen, dass er darüber nachdenken sollte, einen Steuerberater zu engagieren.

    Antworten
  9. Avatar

    Outsourcing bietet viele Vorteile an, wie z. B. die Buchhaltung oder Hilfsmittel für Organisation für dein Unternehmen. In vielen Fällen kann man als Selbstständiger sogar noch mehr effizient arbeiten, wenn er die Hilfe von anderen hat. Eine Sache, die ich gerne ausprobieren würde, ist Programme für Excel, die dazu beitragen, dass man seine Daten für sein Business gut organisieren kann.

    Antworten
  10. Avatar

    Am Anfang als Selbsständiger sollte man ja alles mögliche selber machen. Nach einer Zeit aber lohnt es sich, anderen mit wichtigen Aufgaben zu vertrauen. Dann ist Deine Arbeitsbelastung nicht zu viel. Sehr wichtig wäre es vielleicht, Hilfe bei Forderungsmanagement zu haben.

    Antworten
  11. Avatar

    Es kann für manche schwierig sein, Aufgaben abzugeben, da es ihr Unternehmen und harte Arbeit ist. Jedoch es lohnt sich sehr, andere Menschen zu nutzen, um dein Unternehmen wachsen zu lassen. Für mich ergibt es Sinn, wenn man die Buchhaltung machen lässt, weil er sich dann nicht darüber kümmern muss.

    Antworten
  12. Avatar

    Danke für diesen Artikel, der mich ermutigt, mich endlich an einen Spezialisten für IT Sicherheit zu wenden, statt zu versuchen, mich selbst stundenlang ins Thema einzulesen. Der Tipp, eine Aufgabe immer dann auszulagern, wenn ich mit der gewonnen Zeit mehr Geld verdienen kann, hat mich davon überzeugt, dass es besser ist, mich nicht mehr selbst um die IT zu kümmern. So bin ich diese ungeliebte Aufgabe los, ohne Verluste zu machen, selbst wenn das gesamte Geld, dass ich durch einen neuen Kunden einnehme, für diese Dienstleistung verwendet werden müsste.

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter für Freelancer

Newsletter für Freelancer

Melde dich zu unserem Newsletter an und bleib auf dem Laufenden.

Danke für die Anmeldung. Noch ein Schritt: Klicke den Bestätigungslink in der Email.