Organisation

Wann es Zeit ist, als Freelancer Aufgaben abzugeben

Der Weg in die erfolgreiche Selbstständigkeit ist lang und beschwerlich, und die Tatsache, dass du plötzlich für alles selbst zuständig bist, macht die Situation nicht einfacher. In diesem Beitrag dreht sich deshalb alles um die Frage, wann du als Freelancer Aufgaben abgeben solltest.

Die Selbstständigkeit wird aufgrund ihres Umfangs auch als „Ein-Mann Unternehmen“ bzw. „Ein-Frau-Unternehmen“ bezeichnet. Das stimmt natürlich, lässt einen aber schnell vergessen, dass die Arbeit dennoch von vielen Beteiligten verrichtet werden kann.

Alles auf deinen Schultern?

Wenn ich dich frage, wer in deinem “Unternehmen” fürs Marketing zuständig ist, dann ist das natürlich rhetorisch gemeint. Ich könnte stattdessen auch fragen:

  • Wer ist deine Sekretärin bzw. dein Sekretär?
  • Wer schreibt deine Rechnungen?
  • Wer macht deine Buchhaltung?
  • Wer unterhält deine Website?
  • Wer schreibt deine Texte?
  • Wer akquiriert deine Kunden?
  • Wer betreut die Kunden?
  • Wer ist für die IT zuständig?

Du ahnst wahrscheinlich schon, worauf diese Fragen hinauslaufen.

In deiner Freiberuflichkeit gibt es fast jeden Job zu erledigen, der auch in einem großen Unternehmen anfällt. Mit dem kleinen aber wichtigen Unterschied, dass du für all das selbst zuständig bist. Aber ist das überhaupt notwendig?

Warum du nicht alles selbst erledigen musst

Wenn du dich selbstständig machst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du nicht vom ersten Tag an unzählige Kunden bekommst und ausgebucht bist. Das bedeutet in der Regel auch, dass du nicht viel Geld haben wirst und auf dein Budget achten musst. Das wiederum wird dazu führen, dass du gezwungen bist, alles selbst zu managen. Andere arbeiten schließlich auch nicht umsonst.

Bist du nun aber eine Weile im Geschäft, kommt auf jeden Fall der Punkt, an dem die Zeit knapp wird. Wo du plötzlich feststellst, dass du einen neuen Kunden nicht mehr annehmen kannst. Immerhin muss ja diesen Monat noch die Steuererklärung gemacht werden! Oder deine Website zeigt seit Wochen einen Fehler an, den du unbedingt ausmerzen musst, schließlich ist das deine Online-Werbefläche.

Aber hier liegst du falsch! Spätestens wenn der Punkt kommt, an dem du keine Zeit für neue Kunden hast, musst du reagieren und dein Selbstverständnis vom Ein-Personen-Unternehmen ändern. Das bedeutet keineswegs, dass du jetzt gleich losziehen musst, ein Büro suchst und Mitarbeiter einstellst. So bist du schnell in der Pleite. Nein, es bedeutet, dass du damit anfängst, gewisse Arbeiten auszulagern. Outsourcing nennt sich das – ein Wort, das im allgemeinen Sprachgebrauch negativ behaftet, aber in diesem Fall anders zu verstehen ist.

Ist Outsourcing etwas Schlechtes?

Outsourcing bedeutet, eine gewisse Arbeit auszulagern. Also aus deinem eigenen Unternehmen raus. Nun hört sich Outsourcing zum Teil etwas negativ an. Leute verbinden es oft mit dem Verlagern von Arbeitsplätzen aus Europa nach Asien oder Ähnliches. Dabei gab es Outsourcing schon lange bevor die massenhafte Verschiebung von Arbeitsplätzen begann.

Und mal ehrlich: Ganz offensichtlich sourcen ja auch deine Kunden längst aus. Wenn du dich zum Beispiel als Programmierer, Texter, Grafiker, Marketingprofi oder Berater selbstständig gemacht hast, dann bist du bereits die Alternative zu festen Jobs. Denn Outsourcing bedeutet hierbei nichts anderes, als dass deine Kunden eine Arbeit an dich ausgelagert haben, da dies für sie finanziell günstiger ist, als einen Angestellten zu entlohnen.

Du siehst also, Outsourcing kann für dich als Freelancer eine Chance sein – womit ich die berechtigte Kritik am Verlagern bzw. Streichen von Arbeitsplätzen nicht schmälern möchte.

Was soll ich outsourcen?

Grundsätzlich gibt es da keine strikten Regeln. Der Optimalfall wäre, dass du alles auslagerst, was nicht bezahlt wird. Wenn du Texter bist, dann solltest du nichts anderes tun, als zu Texten! Konzentriere dich auf deine Kernaufgabe.

Warum? Ganz einfach: Deine Kernaufgabe ist die einzige Tätigkeit, die Geld bringt!

Es stimmt zwar, dass bei jedem Job unzählige Arbeiten anfallen, aber all das interessiert deinen Kunden nicht. Er will am Ende das Produkt erhalten, welches deine Kernaufgabe erzeugt hat. Es ist ihm vollkommen egal, wer die Rechnung geschrieben oder wer seine E-Mail-Anfrage beantwortet hat. Dennoch sind das Arbeiten, die mit absoluter Sicherheit anfallen werden.

Du kannst deinem Kunden demnach nicht 400 € mehr in Rechnung stellen, nur weil du im gleichen Zeitraum noch deine Steuer erledigen musstest. Und genauso wenig kannst du eine Arbeit zu spät abgeben, weil du noch an deiner Website gearbeitet hast.

Kann ich mir Outsourcing überhaupt leisten?

Du fragst dich jetzt wahrscheinlich, woher du das Geld nehmen sollst, um all diese kleinen Jobs auszulagern. Aber hier ist das Schöne an der ganzen Outsourcing-Geschichte: Du musst nicht alles auf einmal machen.

Lagere immer dann eine Arbeit aus, wenn du mit der gewonnenen Zeit mehr Geld verdienen kannst. Wenn du während der Zeit der Steuererklärung also einen neuen Kunden bekommen kannst, dann nimm ihn an und beauftrage einen Steuerberater. Selbst wenn du das Geld des neuen Kunden komplett an den Steuerberater abgeben musst, verspreche ich dir, dass es dennoch eine gute Investition ist.

Erstens gibt es für die meisten Freelancer nichts Langweiligeres, als die Steuer zu machen. Zweitens kann ein Steuerberater vielleicht noch etwas Steuern sparen, drittens kannst du dich noch mehr auf deine Kernaufgabe konzentrieren (die hoffentlich viel mehr Spaß macht) und viertens kann sich ein neuer Kunde jederzeit zu einem Stammkunden entwickeln. Wenn das mal keine Vorteile sind …

An andere Selbstständige auslagern

Wenn du damit anfängst, Arbeiten auszulagern, empfehle ich dir, ebenfalls auf Selbstständige zu setzen. Denn bedenke, dass diese eventuell auch gewisse Arbeiten auslagern wollen. Auf diese Weise können schnell Partnerschaften entstehen, bei denen man sich gegenseitig aushilft und Jobs weitervermittelt. So kannst du dein Netzwerk erweitern, was ohnehin sehr positiv ist.

Es wird so ganz natürlich, dass du mit anderen Selbstständigen viel schneller eine Verbindung schaffst. Bei großen Unternehmen ist es oft schwieriger und langwieriger, eine derartige Verbindung aufzubauen.

Fazit

Auch wenn Outsourcing für feste Arbeitsplätze nachteilig ist, kannst du als Freelancer vom Auslagern bestimmter Aufgaben profitieren. Darüber hinaus haben auch andere Selbstständige etwas davon, da sie durch dich weitere Kunden bekommen. Besonders wichtig dabei ist, dass du rechtzeitig erkennst, wann du bestimmte Tasks an andere Freiberufler weitergeben solltest, um dein Kerngeschäfts am Laufen zu halten.

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