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Factoring für Freelancer: So überbrückst du lange Zahlungsziele

Die Rechnung an den Kunden ist gestellt, doch nun wartest du auf dein Geld. Denn bei einem Zahlungsziel von 30 oder mehr Tagen kann es dauern, bis tatsächlich gezahlt wird. Damit du mit deiner Arbeit nicht in Vorleistung gehen musst, gibt es Factoring. Was das ist und wie diese Form der Rechnungsfinanzierung funktioniert, erfährst du im Folgenden.

Was ist Factoring eigentlich?

Zahlungsziele von mehreren Wochen oder gar Monaten stellen Freelancer stets vor Herausforderungen. Denn nicht jeder Selbstständige hat die Mittel, solche Wartezeiten zu überbrücken. Im schlimmsten Fall entstehen finanzielle Engpässe und du kannst monatliche Kosten wie Miete oder Strom nicht mehr bezahlen.

Factoring oder Rechnungsvorfinanzierung bezeichnet einen Vorgang, bei dem du deine Forderung an einen Factoring-Anbieter wie Rechnung48 verkaufst. Dadurch erhältst du dein Geld innerhalb weniger Werktage auf dein Konto. Du musst nicht warten, bis der Kunde endlich seine Rechnung begleicht. Denn das übernimmt nun das Factoring-Unternehmen. Beim sogenannten echten Factoring brauchst du dir nicht einmal Sorgen darüber machen, wenn der Kunde gar nicht zahlt. Dann übernimmt der Factor sogar den kompletten Ausfallschutz.

Ist Factoring auch für Freelancer geeignet?

Zwar gehört Factoring vor allem in den Finanzierungsmix von kleinen- und mittelständischen Unternehmen. Doch auch Freelancer nutzen zunehmend diese Finanzierungslösung. Denn gerade Selbstständige profitieren davon, nicht mehr auf ihr Geld warten zu müssen. Zudem bietet auch der im echten Factoring enthaltene Ausfallschutz zusätzliche Sicherheit vor Zahlungsausfällen. Ein Problem, das auch Freelancer betrifft.

Für Einzelunternehmer ist es besonders schwer, klassische Finanzierungen wie Bankkredite, Investments oder Förderungen zu erhalten. Schon allein deshalb sind viele Selbstständige gezwungen, nach anderen Alternativen Ausschau zu halten. Das Thema Factoring hat dabei in den letzten Jahren immer mehr an Zulauf gewonnen.

Factoring ist in den folgenden Branchen gang und gäbe:

  • Gesundheitswesen, Pflege
  • IT, EDV
  • Medien, Werbung, Grafik
  • Beratung & Coaching
  • v.a.m.

Was sind die Voraussetzungen?

Es gibt immer mehr Factoring-Anbieter, die sich auf die Zielkundschaft der Freelancer spezialisiert haben. Damit du erfolgreich durch die Prüfung eines solchen Anbieters kommst, solltest du jedoch die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Tätigkeit als Selbstständiger oder Freiberufler
  • Ausbildung oder langjährige Erfahrung im Geschäftsfeld nachweisbar
  • Gewerbliche Kunden als Abnehmer
  • Erste erfolgreiche Geschäftstätigkeiten

Was ändert sich in deinem Tagesablauf?

Wenn du deine Rechnung vorfinanzieren lassen möchtest, ändert sich gar nicht so viel für dich. Nachdem du dich für einen Anbieter entschieden hast, registrierst du dich erst einmal mit deinem Unternehmen für das gewählte Factoring-Angebot. Nach erfolgreicher Prüfung und Finanzierungszusage kannst du deine ersten Rechnungen einreichen.

Dazu schaut sich der Factor im Vorfeld der Rechnungsstellung den Kunden genau an und stellt fest, ob Rechnungen dieses Kunden vorfinanziert werden können. Nach positiver Entscheidung erstellst du wie gewohnt deine Rechnung und versendest sie an deinen Kunden. Auf der Rechnung hinterlegst du jedoch nicht deine eigene Bankverbindung, sondern die des Factoring-Anbieters. Dieser erhält übrigens auch eine Kopie der Rechnung. Denn nur so kann der Rechnungsbetrag innerhalb von wenigen Tagen auf dein Konto überwiesen werden, unter Abzug einer Servicegebühr. Dein Kunde zahlt seine Rechnung anschließend an den Factor.

Kurz zusammengefasst für dich:

  1. Du stellst wie gewohnt deine Rechnung.
  2. Lediglich die Bankverbindung muss geändert werden.
  3. Du erhältst dein Geld innerhalb kürzester Zeit.
  4. Dein Kunde überweist die Rechnungssumme an den Factoring-Anbieter.

Factoring für Selbstständige: Das sind die Vorteile!

Natürlich ist und bleibt der größte Vorteil von Factoring, dass Geld schnell ausgezahlt wird und damit für zusätzliche Liquidität gesorgt ist. So bist du als Freiberufler abgesichert, kannst deine Miete pünktlich zahlen und dich in Ruhe deinen Aufträgen widmen.

Vorteile von Factoring:

  • Stärkung der eigenen Bonität durch zusätzliche Liquidität
  • Mehr Sicherheit durch enthaltenen Ausfallschutz
  • Aufwand für Mahnwesen und Debitorenmanagement entfällt
  • Mehr Zeit, um sich aufs Kerngeschäft zu konzentrieren

Praxisbeispiel: Factoring für freiberufliche IT-Fachkräfte

Unser Beispielkunde ist eine freiberufliche IT-Fachkraft. Sie war zuvor viele Jahre bei einem großen Konzern angestellt. Das Arbeiten in einem so starren und schwerfälligen System hat ihr jedoch nicht mehr gefallen und da viele ihrer Bekannten selbstständig tätig sind, wollte sie auch diesen Schritt wagen. Nun unterstützt sie Firmen und Unternehmer bei der Programmierung von Handy-Apps. Dieses Geschäft läuft sehr gut an. Doch ein Problem hat unsere Fachkraft.

Sie braucht mehrere Wochen, bis sie solche großen Aufträge abschließen kann. Ihren gewerblichen Kunden räumt sie zudem ein Zahlungsziel von 30 Tagen ein. Das bedeutet, dass sie manchmal sogar zwei bis drei Monate warten muss, bis der Auftrag erstes Geld einbringt.

Zwar hat unsere Fachkraft mittlerweile gelernt, Aufträge in kleine Projekte zu unterteilen und Zwischenrechnungen zu stellen, dennoch machen ihr die langen Zahlungsziele zu schaffen. Eine schnelle und pragmatische Lösung war da die Rechnungsvorfinanzierung, die ihr ein Freund empfohlen hat. Nun kann sie sicher sein, dass sie ihr Geld pünktlich erhält.

Fazit

Insgesamt lässt sich sagen, dass Factoring für Freelancer mit gewerblichen Kunden durchaus sinnvoll ist. Du erhältst nicht nur ihr Geld pünklich ausgezahlt, du schützt dich auch vor Zahlungsausfällen. Du musst deinem Geld nicht mehr hinterherrennen und sparst dadurch Zeit und Nerven. Gegen eine geringe Factoringgebühr kannst du dich auf dein Kerngeschäft konzentrieren und sorgenfreier leben.

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