Manchmal fühlen wir uns wie ein kleines, unbedeutendes Licht in der Dunkelheit. Auch wenn man es ihnen nicht ansieht: Viele Freelancer haben regelmäßig mit Selbstzweifeln und Existenzängsten zu kämpfen. Ganz besonders Einsteiger mit wenig Berufserfahrung fragen sich oft: Kann ich das auch? Bin ich überhaupt gut genug, um diesen Auftrag anzunehmen? Doch diese Fragen bringen dich nicht weiter, im Gegenteil: Sie blockieren dich und schwächen dein Selbstvertrauen. So geht es besser.

Die richtigen Fragen stellen

Es ist natürlich sinnvoll, seine eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Wenn du zum Beispiel gerade erst als Texter anfängst, sind die heiß begehrten Aufträge großer Firmen vielleicht noch ein bisschen zu ambitioniert.

Je höher deine Erwartungshaltung ist, desto größer ist am Ende auch die Enttäuschung.

Sei daher ehrlich mit dir selbst und deinen Erfahrungen. Bist du diszipliniert genug, um Deadlines einzuhalten? Kennst du die Arbeitsschritte, die im Rahmen des Projektes von dir erwartet werden und kannst du diese auch umsetzen? Genügen deine Kenntnisse auf deinem Fachgebiet und ist dein Auftreten, sowohl persönlich als auch über Kommunikationswege wie E-Mail und Telefon, professionell?

Das klingt jetzt erst einmal nicht sehr erbaulich. Aber lasse dich von diesen Fragen nicht entmutigen! Sie sollen vielmehr als Kompass dienen, an dem du dich immer wieder selbst ausrichten und deine Qualifikationen prüfen kannst. Dein Start muss nicht perfekt sein, doch du solltest so viele unnötige Fehler wie nur möglich vermeiden.

Mit dieser Einstellung herangehen

Würdest du dich im Falle eines Arbeitsvertrages fragen, ob deine Arbeitsleistung auch entlohnt werden sollte? Natürlich nicht, schließlich verdienst du deinen Lohn. Nur warum ist das bei der Festanstellung so sonnenklar, bei der Freiberuflichkeit jedoch nicht? Du bist kein Praktikant! Und du solltest dich nie in diese Rolle begeben, auch nicht und schon gar nicht zu Beginn deiner Tätigkeit.

Auftraggeber handeln unseriös, wenn sie versuchen, dich mit unentgeltlichen Deals zu locken. Vergiss nie, dass du eine Leistung erbringst. Und eine Leistung gehört selbstverständlich auch entsprechend bezahlt. Gerade jungen Freelancer fällt es schwer, diese Selbstverständlichkeit zu verinnerlichen.

Du bist gut genug, um angemessen bezahlt zu werden. Allerdings brauchst es meist ein wenig Übung und Erfahrung, um auch entsprechend selbstbewusst aufzutreten. Doch keine Sorge – jeder Freiberufler fängt mal dort an und wächst durch diese Herausforderung.

Unterstützung finden

Es ist vollkommen normal, wenn du als frisch gebackener Freelancer unsicher bist. Woher auch sollst du die Kniffe, Tipps und Tricks kennen? Leider vergessen manche erfolgreiche Menschen, dass sie auch mal irgendwo begonnen haben. Lasse dich davon nicht aus dem Konzept bringen, sondern suche dir stattdessen Quellen für Unterstützung.

Selbstverständlich gibt es auch andere Methoden, dein Mindset zu verbessern: Positive Affirmationen oder die Neurolinguistische Programmierung, von der ich jedoch nicht sonderlich überzeugt bin. Damit möchte ich dir sagen, dass auch hier viele Wege nach Rom führen. Probiere sie einfach aus und finde so heraus, was für dich funktioniert und was nicht.

Sei ehrlich zu dir selbst

Ich hatte es bereits angedeutet: Reflektiere und gehe ehrlich mit deiner Entwicklung um. Wo stehst du? Wo müsstest du noch etwas dazu lernen? Heutzutage ist Wissen leicht verfügbar – du musst nur wissen, wo du es findest.

Lernbereitschaft ist eine Kernkompetenz auf dem Weg zum erfolgreichen Freelancer. Einige Selbstständige und Freiberufler machen den Fehler, mit dem Lernen aufzuhören, sobald sich ersten Erfolge einstellen. Doch bekanntlich kommt Hochmut vor dem Fall und dies führt lediglich dazu, dass du dich bedeutenden Lernpotenzialen verschließt.

Daher mein Tipp: Sei selbstkritisch, ohne dich kleinzumachen. Sei offen, ohne völlig durchlässig zu sein. Nimm Kritik von außen an, aber prüfe auch, ob diese Kritik konstruktiv oder destruktiv ist. Nicht jeder meint es gut mit dir und auch unter Freiberuflern gibt es nicht nur Freunde, sondern eben auch Konkurrenten. Essenziell für deinen Erfolg ist daher die Stärkung deines Selbstvertrauens in dich und deine Fähigkeiten.

So gehst du vor:

  • Stelle die richtige Frage, nicht: „Bin ich gut genug?“, sondern: „Wo stehe ich und wie kann ich mich verbessern?“
  • Suche dir Unterstützung: Coaches, Vorbilder und positive Affirmationen sind eine hervorragende Kombination.
  • Bleibe immer offen für Ideen, Anregungen und Kritik von außen. Prüfe jedoch genau, ob es sich um konstruktive oder destruktive Impulse handelt.
  • Feile so oft wie möglich an deinen Fähigkeiten. Es gibt immer etwas, das du lernen und ausbauen kannst.
  • Spezialisiere dich! Generalisten haben es auf dem Markt deutlich schwerer als qualifizierte Freelancer.

Fazit

Frage nicht, ob du gut genug bist. Frage dich eher, wo du aktuell stehst und welche Fähigkeiten du noch ausbauen kannst. Anfangs ist es ein schwieriger Spagat, sich einerseits nicht kleinzumachen und sich andererseits nicht zu überfordern. Doch je mehr du lernst und diese Eigenwahrnehmung trainierst, desto besser wirst du mit der Zeit darin werden.

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Dein Coach für Freelancer Benjamin Brückner
Bin ich gut genug?
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