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7 Gründe, warum Freelancing ein Tanz auf dem Vulkan ist

Wenn es um Freelancing geht, ist häufig die Rede von einem „Abenteuer“ und dem „Schritt in die Unabhängigkeit“. Aber manchmal fühlt es sich vielmehr wie ein Tanz auf dem Vulkan an. Warum das so ist und wie du damit klarkommst, erfährst du in diesem Artikel.

1. Du tanzt Limbo in mehreren Projekten

Während du morgens noch mit einem neuen Auftraggeber Konzepte besprichst, wartet mittags schon der nächste Termin in der Stadt. Und irgendwie musst du dazwischen ja noch diese 40 E-Mails schreiben. Es ist sinnvoll, als Freelancer verschiedene Projekte zu haben. Doch kann ein „Zu viel“ auch überfordern.

Tipp: Betreue lieber drei Projekte mit vollem Einsatz als fünf halbherzig. So interessant neue Anfragen klingen – erbitte dir Bedenkzeit, bevor du zusagst und verweise im Zweifel an einen Freelancer-Kollegen. Damit lebst du den Netzwerkgedanken und gehst zugleich achtsam mit deinen Ressourcen um.

2. Dein Terminkalender weist hohe seismische Aktivität auf

Du hast für alles und jeden Termine eingetragen. Nur nicht für deine eigene Freizeit. Auf Dauer ist das für keinen noch so motivierten und engagierten Freelancer zu schaffen.

Tipp: Plane dir genügend Puffer ein. Mindestens einen Tag in der Woche solltest du komplett freimachen – keine E-Mails, Geschäftstelefonate oder Home-Office-Tätigkeiten. Einfach freimachen. Lies dazu auch meine Tipps, wie du aus der Zeitdruck-Falle herauskommst.

3. Die Asche der Bürokratie legt sich nieder

Wie war das noch gleich mit der Steuer? Bewegst du dich eigentlich noch innerhalb der Kleinunternehmerregelung? Und die Krankenkasse will schon wieder eine Aufstellung deiner Einnahmen haben. Ach ja, wolltest du nicht auch eine UG gründen oder war es doch eine GbR? Fragen über Fragen, die den Tanz auf dem Vulkan noch weiter anheizen.

Tipp: Plane feste Bürotage, in denen du den Steuer- und Organisationskram erledigst. Gestalte dir den Tag so angenehm wie möglich, das Stück Kuchen ist dabei ausdrücklich erlaubt. Und die parallel laufende Netflix-Serie auch. 😉

4. Die Arbeit bricht sich Bahnen

Eben hast du noch einen Brand gelöscht, schon bricht sich die Arbeit an anderer Stelle wieder Bahnen. Manchmal kommt es dir so vor, als ob der Strom an To-Dos so unkontrolliert wie Magma fließt.

Tipp: Ob Kundengespräche, Marketing oder Aufträge: Als Freelancer gibt es immer etwas zu tun. Was nicht bedeutet, dass du immer arbeiten solltest. Schaffe dir Freieräume, um Kraft zu tanken. Setze dir dabei Prioritäten: Was muss diese Woche unbedingt erledigt werden, was kann warten? Denn wer sagt, dass dein Blog jetzt und auf der Stelle überarbeitet werden muss? In ein paar Tagen kannst du dich damit immer noch beschäftigen.

5. Ständig ändert sich etwas

Du klopfst dir auf die Schulter, weil du es endlich gebacken bekommen hast, deinen Facebook-Account über das Wochenende auf Vordermann zu bringen? Um anschließend von sinkenden organischen Reichweiten und viel trendigeren Netzwerken zu lesen?

Oder du hast eine Ewigkeit an einem Artikel geschrieben, der nicht mehr aktuell ist? Solche Erfahrung sind bitter, lassen sich aber in unserer extrem schnelllebigen Zeit leider nicht verhindern.

Tipp: Setze auf eine nachhaltige Content-Strategie. Blogge über Themen, die auch morgen noch aktuell sind. Ein paar Beispiele?

  • Kundenakquise
  • Buchhaltung
  • Fachwissen
  • Praxiserfahrungen

Und lasse dich nicht vom Tohuwabohu rund um Social-Media-Trends kirre machen. Das Wichtigste für den Erfolg ist Konstanz, egal in welchem Netzwerk. Lies hierfür auch diese Social-Media-Tipps für Freelancer.

6. Die Scheinselbstständigkeit als drohende Eruption

Scheinselbstständigkeit – vor diesem Schreckgespenst fürchtet sich wohl jeder Freelancer. Und wie das mit Gespenstern nunmal so ist, ranken sich viele Mythen und Legenden um die furchteinflößenden Wesen. Ein Mythos lautet zum Beispiel, dass die Tätigkeit für einen einzelnen Auftraggeber von den Behören automatisch als Scheinselbstständigkeit eingestuft wird. Das ist falsch, wie die IHK Frankfurt erklärt:

Der Umstand, dass ein Unternehmer auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig ist, führt nicht automatisch zur Annahme einer abhängigen Beschäftigung, sondern stellt lediglich ein Indiz für das Vorliegen einer Scheinselbstständigkeit dar. Maßgeblich ist die Gesamtsituation.

Weiterhin schreibt Rechtsanwalt Peter Koch:

Auf die Zahl der Auftraggeber kommt es nicht an! Niemand wird allein dadurch zu einem Selbstständigen, dass er für mehrere Auftraggeber tätig ist. Sozialversicherungsrechtlich ist grundsätzlich jeder einzelne Auftrag gesondert zu betrachten. Sobald ein einzelnes Auftragsverhältnis die Merkmale eines versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses erfüllt, tritt kraft Gesetzes für dieses eine Auftragsverhältnis die Sozialversicherungspflicht ein.

Tipp: Damit du von der Scheinselbstständigkeit nicht wie von einer Lavawelle überrascht wirst, prüfe deine Arbeitsverhältnisse sehr genau. Wenn du faktisch wie ein Festangestellter tätig bist, dein Auftraggeber aber keine Sozialabgaben für dich zahlt, könnte eine Scheinselbstständigkeit vorliegen.

Übrigens: Am Mythos um die Zahl der Auftraggeber ist schon etwas dran: Je mehr du davon hast, umso plausibler ist natürlich dein Status als Freelancer für Behörden wie die Deutsche Rentenversicherung oder das Finanzamt. Es ist also durchaus sinnvoll, für verschiedene Unternehmen tätig zu sein.

7. Du bist allein auf der Expedition

In Deutschland steht Meckern hoch im Kurs – über die Kollegen, den Chef, die Arbeitszeiten, das zu geringe Gehalt, die wenigen Urlaubstage usw. Als erfolgreicher Freelancer fällt es dir wahrscheinlich schwer, in diesen Tenor einzustimmen. Denn dir machen deine Projekte Spaß, du bist stolz darauf, einen anderen Weg zu gehen und dafür mit Entdeckungen belohnt zu werden. Wie bei einer Vulkan-Expedition eben.

Nur ist es oftmals so, dass du die ersten Schritte dieser Expedition allein gehen musst. Dein altes Umfeld wird nicht denselben Mut aufbringen. Doch je mehr du voranschreitest, umso mehr Gleichgesinnten wirst du beim Aufstieg des Vulkans begegnen.

Tipp: Halte dir vor Augen, dass viele Menschen Eigenverantwortung scheuen. Doch für den Erfolg als Freelancer ist eigenverantwortliches Handeln der Grundstein. Wage daher den Aufstieg, auch wenn du ihn fürchtest.

Der Tanz auf dem Vulkan kann spannend sein

Freelancing ist manchmal ein Spiel mit dem Feuer. Oft tauchen diese oder ähnliche Fragen auf:

Setze ich meinen Kurs richtig?

Verdiene ich genug?

Wohin soll ich mich entwickeln?

Niemand hat gesagt, dass der Tanz auf dem Vulkan angenehm ist. Doch wirst du ihn mit jedem Tag besser und irgendwann bis zur Meisterschaft beherrschen. Versuche aber nicht, diesen Tanz zu kontrollieren. Das funktioniert genausowenig wie einen Vulkanausbruch auf die Minute genau vorauszusagen. Denn wie gut du auch planst: Als Freelancer bist du immer ein bisschen Feuer und Flamme für das, was du tust.

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